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Dienstag, 17. Mai 2011

Netaudio London 2011

Tja - Netaudio London 2011 - das war erneut eine komplett andere Veranstaltung als 2006 und 2008. Mit cc hatte das gar nicht mehr viel zu tun - aber das Programm war trotzdem aufregend und die Venues - wie bereits die voran gegangenen - exzellent gewählt!

Don, Gutti und ich hatten demzufolge auch mächtig viel Spaß in London. Es war toll, die ganzen Freunde wieder zusehen, ein wenig mitzuhelfen in den letzten Stunden - und während des Festivals - und dann haben wir ja auch noch das Projekt "Village Underground" besucht, ein Kunstprojekt, dass in erster Linie dadurch auffällt, dass sie alte, ausrangierte Waggons auf das Dach eines alten Warehouse in der Innenstadt gesetzt - und zu Ateliers und Produktionsstätten umfunktioniert haben. Tamsin, die Leiterin des Projekts, hat uns rumgeführt, alles erklärt - und hatte sogar noch leckeres Weed für einen gemütliches Nachmittagsschmauch... In der Eventhalle unten drunten liefen gerade die Vorbereitungen für einen 40er-Jahre Abend (mit Fliegeralarm, Essensmarken, Alugeschirr usw.) - und zum Abschluss warfen wir auch noch ein Blick ins ehemalige Bordell an der Ecke, was die Künstlertruppe nun für ihre Zwecke umfunktioniert...

Da wir den halben Tag über den Info Point im Roundhouse betreuten - und den anderen halben Tag mit Catering und Transport zwischen dem Roundhosue (Tagesprogramm) und dem Koko (Nachtprogramm) verbrachten, habe ich, neben einigen elektronischen Spielerein im Ausstellungsrondell des Roundhouse  die schönsten Erinnerungen ans Koko und das Programm. Eine wunderschöne Venue mit Gold, rotem Samt, 1000 Separées und einer riesigen Bühne. Das FOH scheint freischwebend in sechs Meter Höhe zu liegen - und ist ein unglaublich geiler Arbeitsplatz für einen Soundtechniker...


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Ich re-poste hier auch noch mal - und zur Ergänzung -mal eine Antwort,  die ich im Anschluss and das diesjährige Festival "Netaudio London" auf ein Posting des Bloggers, Nerds und cc-Sympathisanten Pete Cogle über die Plattform netlabelism verfasste. Hier ist der Originalpost:

XR says:

unfortunately I wasn’t able to follow any of the discussions on sunday but had a stroll through the sound installations, listened to some newcomer bands/ musicians, and followed the whole show at koko’s during the late evening. all i experienced was entertaining, fresh, thought- and playful – as well as there was always an idea behind what’s going on, which interested me.

i am quite certain the organizers are significantly far away from marxist ideology and not promoting anti-cpitalistic ideas by/ for themselves too hard. so i would turn the above mentioned focus of criticism to the question of how much of the content presented on a conference one is able/ willing to control during the process of the programmation of a festival. how much of the content and thoughts presented would you like to filter? i think, the intention was to find links between experimental music (scene) on one side and the political impetus it might has on the other. 
i remeber a disussion we had during the netaudio berlin festival where one participant was arguing exactly the same way – promoting the idea that artists don’t need money because what they do is art – and therefor free of financial aspects by the very concept. (hard to understand? well…) making money from music is still perspected by a relevant group of grail’s guardians as the fall from grace. exactly the opposite of what 99% of all the artists expect, btw. one of the big disadvantages of that development is, that the future perspectives are very limited – as the netlabel landscape is condemned to stuck with freaks, newcomers and amateurs only. no misunderstandings:

i think this is ok on one side – but a shame on the other – as i see it as a waste of so many valuable opportunities… regarded in this light, the direction the netaudio london festival takes: shifitng it’s focus away from netlabels and cc towards experimental electronics – is not supposed to be finished – as the anti-capitalisitc topic might indicate. another reason to ban ideology (not the netlabel please..!) from any festival and musical concept.

a much debated point in the forefield of the festival amongst the organizers was to change its name – due to the fact that the festival should not focus on netlabls and cc music any more and expectations might go wrong. the festival organizers in the end decided to stay with the name they had chosen in 2006 for their first festival – as they since than promote the festival’s idea is to present “sounds from the internet” and creative (art) works related to the net as a driving force. that does not necessarily mean cc as a licence and netlabel as a platform of distribution and promotion. while it was the main focus in 2006 is has dropped down to a 50/50 equivalent in 2008 and developed to a small side aspect of few participants on the newcomer’s stage in 2011. if you’re a bit hardboiled you might consider this as a seismograph of the netaudio activities – wasting its potential with full hands, open hearts and a smile…

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Freitag, 3. Dezember 2010

High Tone zum Zweiten :: Frequen.C One im Yaam


Olala, manchmal sind es ja die kleinen Dinge, die mir den Tag versüßen - so habe ich gerade ein 1,5 Jahre altes Interview mit der französischen Elektro-Dub Band  High Tone gelesen, indem nicht nur mein Gefühl für diesen tollen Abend, damals noch im RAW.tempel, bestätigt wird.
Quesion: Is there any particular reason that you only played a few gigs in Germany? As we have seen in Berlin there are a lot of people who really enjoy your music! How did you like the concert from an artists point of view?
DJ Twelve: The concert in Berlin was great, people seem to be very happy and us too. We played in Germany 3 years ago and people didn't know us, it wasn't a success. We played maybe 5 or 6 times in Germany, because it's hard when you have no distribution or big promotion, and I think “Raw Tempel“ (3.12.) was the best concert of all. The day after Berlin we played in Dresden at “Puschkin Club““ and it wasn't so cool. 
High Tone
Zu dem wunderbaren Lob aus dem Munde der Band gesellt sich das Bewusstsein, dass es genau 2 Jahre her ist, dass wir diese Nacht zusammen gestaltet haben - und das ich auf den Tag genau, wieder am 03.12., dieses Jahr ein weiteres musikalisches Happening, diesmal im Yaam,  anvisiert habe: Frequen.C One.

Tsunami Wazahari
Mit Tsunami Wazahari sind auch Vertreter der französischen Netaudio Szene dabei, die unter der Hand schon gemunkelt haben, in 2012 ein Festival in Frankreich organisieren zu wollen... Das wäre auch klasse. Am 03.12. werden sie ihre von den indischen Gottheiten Hanuman und Ganesh inspirierten Dubs performen - da bekomme ich jetzt schon Gänsehaut..!


Und Jazzsteppa? Ich hatte sie schon mal auf einer Nachtschatten Veranstaltung als Liveact - die mir damals wie das Kind der Jungfrau in den Schoß gefallen sind. Und dabei fand ich sie zuvor schon großartig und wollte sie unbedingt mal buchen - zumal ihr Gig im Tacheles wirklich unter den grauenhaften Soundverhältnissen richtig in die Hose gegangen ist. Naja, gestern war ich bei Gal's (einer der Steppas) Studioeinweihungsparty. Bei Studioeinweihung dachte ich erst, dass die Party irgendwie im Studio stattfinden würde - was aber (natürlich!) nicht so war... Stattdessen fand die Veranstaltung im 16Doors in der Reuterstrasse statt (in deren Hinterhaus das Studio liegt), einer Bar mit ebenfalls richtig schlechtem Soundsystem... Vielleicht sollte ich mir nicht so viel Mühe geben mit dem Anlagendesign?
Al-Haca

Mit Al-Haca Soundsystem habe ich ein weiteres Lieblingsprojekt aus den alten Tagen im Line-up. Frisch re-uniert ist dies der erste Clubgig seit Jahren - und seitdem sie dieses Jahr zum Fusion Festival den Schuss zum Neustart gegeben haben.
DJ Saiman

Und schließlich DJ Saiman - einer der meiner Meinung nach besten Dubstep DJs, die derzeit in Berlin aktiv sind. Er ist Resident DJ der Wobble-Crew und hat mich schon einige Male mit wirklich atemberaubenden Sets glücklich gespielt...

Ich kann's nicht anders formulieren: Ein Line-up, dass von Herzen kommt!


MITSCHNITTE:
Hier gibt's den Mitschnitt zu Al-haca:

Montag, 6. September 2010

Netlabels Reloaded - eine Diskussion auf der a2n im Rahmen der Berlin Music Week 2010

Es ist mal wieder soweit: die Alltogethernow (a2n) geht in ihre zweite Runde... und ich bin schon wieder mit von der Partie, obwohl ich diesmal gar nichts selber gemacht habe... Im Gegensatz zum letzten Jahr war die a2n diesmal nicht Ersatzprogramm für die ausgefallene Popkomm, sondern im Rahmen der Berlin Music Week Teil des weltweit größten Musikspektakels, mit dem sich Berlin ab diesem Jahr schmücken möchte. Wolfgang Senges, einer der Programmverantwortlichen für die a2n 2010 hatte mich kurzfristig eingeladen, an der Diskussion um "Netlabels Reloaded" teilzunehmen. Es ging um Netlabels und Indie-Labelkultur - und irgendwie kam es mir so vor, als hätte mein eigenes Panel vom letzten Jahr Pate gestanden, dieses Jahr soetwas einfach nochmal zu machen. Immerhin kamen mit Sven Swift von Error Broadcast / 12rec, Christian Roth von Resting Bell und Roland Graffé vom Machtdose Podcast einige altbekannte Gesprächspartner. Moderiert wurde das ganze von der hübsch anzuschauenden Zeit Online-Mitarbeiterin Rabea Weihser, die den frühen Programmpunkt Montag vormittag professionell - aber nur mittelmäßig euphorisch - abwickelte. Hier ist der Panel-Text von der Berlin Music Website (Originalpost hier entlang):

Netlabels Reloaded


06. September Zeit: 11:30 - 13:00
Veranstaltungsort: Kulturbrauerei

Teilnehmer:
Sven Swift (12rec./Error Broadcast), Christian Roth (Resting Bell), Raimund Reintjes (Netaudio Berlin), Roland Graffé (Machtdose Podcast) - Moderated by: Rabea Weihser (ZEIT ONLINE)

Labels und Netlabels in Deutschland... wo sind die Interessen, haben sich Rollen gefestigt? Bewegen sich Netlabels aus der Nicht-Kommerzialität des Untergrunds in die freie Luft des harten Markts? Wie ernsthaft im Sinne einer Marktorientierung sind Netlabels oder ihre Betreiber? Und wo liegen für Labels sowie für Netlabels Ziele und Motivation? Werden gänzlich andere Zielgruppen angesprochen - auch hinsichtlich der Künstler als Content-Produzenten? Interessant ist insbesondere, warum sich mit den Netlabels (abgesehen von technischen Voraussetzungen) eine vollkommen neue Sphäre etabliert hat. Sind deutsche (Independent-)Labels fruchtbarer Boden oder doch eher Service-Wüste für Künstler? Wie gehe ich mit meinem Künstler um? Welchen Service muss ein Label bieten? Und letztendlich - wie finde ich als Künstler mein Label? Theme track ROLES & IDENTITIES is presented by "MUSIKMARKT".

Freitag, 3. September 2010

Netaudio Berlin: Showcase Local Rec. (Rumänien)

Das Thema des Netaudio Festivals Berlin 2010 aufgreifend hat sich eine Kooperation mit dem Rumänischen Label Local Rec. (website) ergeben, die mit Unterstützung von Netaudio Berlin (website) im M.I.K.Z. im Rahmen der Local.Tunes Veranstaltung einen Showcase absolvierten. Mit inner, Vlad Caia und Cristi Cons kamen drei hochrangige Vertreter der sehr lebendigen Elektronik-Szene aus Bukarest nach Berlin und versüßten den Gästen die Nacht mit unerhöhrten Sounds aus Südosteuropa...

Hier ist ihr Blog-Eintrag: Source: Local Blog

"So Berlin happened. Warschauer, Kottbuser Tor, Bitte, Strasse, [iubagand], Len Faki. We had our gig at MIKZ, a very berlin-ish (duh!) club. MIKZ is an impressive industrial warehouse with an impressive industrial sound system. Don’t miss it if you go to Berlin. We have distributed some 300 Buzz.ro CDs, made new friends and useful connections. We’ve been to Hardwax, Rotation, Spacehall, Melting Point and many other places where Local’s releases will be promoted. We traveled a lot, completely avoiding the city center. Did some clubbing, then some working, then some more clubbing. Enjoyed Berlin’s finest Turkish cuisine and hated the fine we got while riding the Ubahn (Sbahn was safer). Then we got back in Bucharest and finally managed to get some sleep. Sound and video after a brief message from our kind sponsor: “Hands up! This is the ICR!”"

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LocalRec.RO Showcase Berlin @ M.I.K.Z / Vlad Caia, Cristi Cons, Inner by Local Records

Dienstag, 1. Juni 2010

Worldwide Creative!

Das japanische Magazin "Quotation" hat unseren Netaudio e.V. in seiner Ausgabe No. 6 mit einem Artikel bedacht. Keine Ahnung, was da steht. Ist sicher freundlich gemeint...

Mittwoch, 24. Februar 2010

Netaudio France :: Interview

Im Zuge der Gründung des französischen Vertretung der internationalen Netaudio Community haben Geoffrey Marchand und Rafael Aragon ein Interview mit mir geführt - und auf französisch veröffentlicht. Auf die (angekündigte) Übersetzung warten wir zwar heute noch, daher kann ich leider nicht sagen, ob ich mir mit diesem Post hier wirklich einen Gefallen tue... Naja - hier geht's zum Originalpost...
Raimund Reintjes est à la tête de l’organisation du Netaudio Festival de Berlin, dont la dernière édition a eu lieu l’année dernière en Octobre. Un excellent festival pour promouvoir la scène netlabel internationale, dont nous parle avec passion et ambition Raimund.
(soon, english version will be available)

1) Raimund, comment en est-tu venu à t’occuper du netaudio festival. D’où t’es venu cette passion pour le monde des netlabels?
En 2005 je suis rentré en contact avec deux patrons de netlabel, Don de Pentagonik et Timor de Pulsar Rec., qui cherchaient une salle pour une série d’événements strictement réservés à la musique des netlabels. A l’époque je venais de découvrir quelques mois plus tôt l’existence des netlabels, et j’étais assez tenté d’installer cette philosophie musicale dans le cadre de la salle que je dirige (le RAW Tempel – raw-tempel.de). On a eu de très bons retours sur notre série de concerts, qu’on a appelé “netlag” (net-lag.de). On a eu l’occasion de présenter de la musique électronique (principalement minimale, house et techno) et on a même été invités à organiser des soirées sur Londres ou Grenade. Pour la programmation de nos soirées berlinoises, on a toujours eu recours à un ou deux artistes invités de netlabels de l’Europe entière. On a eu beaucoup de retours, principalement de la scène électronique “netaudio” internationale, sur le manque de soirée netaudio, où que ce soit dans le monde. A ce moment là, les premiers articles sur les soirées Netlag sont parus, avec entre autres une sélection au “Berlin Yearbook” (sorte de guide du meilleur de Berlin), qui nous plaçait dans les meilleures séries d’événements musicaux sur Berlin en 2006/2007.
En 2006, avec l’équipe Netlag et quelques artistes et amis, nous nous sommes rendus à Londres pour le NetAudio Festival. J’adore les festivals! Il y avait déjà eu une sorte de mini-netaudio festival en 2005 en Suisse. Lors de la dernière soirée du festival de Londres, j’ai réalisé que j’adorerais organiser un tel événement à Berlin – et dans ma salle bien-sûr! J’ai parlé de cette idée aux organisateurs du festival, ainsi qu’à mes amis berlinois de Netlag. Tous s’accordèrent pour dire que c’était une bonne idée. Puis j’ai pensé que je devrais établir le NetAudio festival de Berlin dans un contexte européen. C’est à dire d’organiser les festivals en Suisse, Grande-Bretagne et Allemagne dans un même dispositif. Donc mon idée était d’inclure les organisateurs des festivals précédents dans un rôle de conseillers pour ce festival à Berlin, pour bénéficier de leur expérience – mais aussi d’augmenter ainsi le nombre de personnes impliquées, créant ainsi un groupe international et identifié d’organisateurs netaudio. Quand on a fait le festival à Berlin en 2007, on a eu un coup de main important des londoniens, qui sont par ailleurs devenus nos amis ! Et avec l’énergie et les promesses dégagés par ce deuxième événement, nos amis ont annoncé qu’ils rempilaient pour un second festival à Londres. On s’est donc mis d’accord sur le fait qu’on les aiderait pour l’édition 2008, tout comme ils nous avaient aidé pour le festival de 2007 ; mais surtout que l’événement reviendrait à Berlin pour un nouveau festival en 2009… Et la vérité c’est que tout cela s’est réalisé !
2) Quel est le but principal de ce festival et peux-tu nous en dire encore plus sur cette connexion commune avec Londres?
Et bien j’en ai déjà dit beaucoup à propos de la connexion Berlin-Londres. En marge de ce que j’ai déjà mentionné, nous nous sommes rencontrés à de nombreuses occasions. Nous sommes allés au Fusion Festival ensemble, dans le nord de l’Allemagne, mais aussi au Freerotation Festival, qui est un événement très respectable au Pays de Galle, avec un fort intérêt pour le mouvement netaudio (la moitié de la programmation consiste en artistes netaudio, et est organisée par des amis communs – qui dirigent également le netlabel Mindtours). En 2009 on a organisé ensemble une nuit netaudio au Clud Transmediale, un des plus gros festivals de culture électronique et numérique dans le monde. L’année dernière, après le festival, nous avons rencontré un large groupe de personnes, pour voir si nous pouvions concentrer nos efforts et regrouper nos actions pour des projets communs dans le futur. Il y a eu ensuite la création d’un projet musical collectif commun, appelé TRIoon, où des artistes de Londres, Berlin et Barcelone réalisent des performances audiovisuelles. Et finalement, deux amis londoniens, Sarah et Jon, se sont directement investis dans l’organisation du festival de 2009.
Quel est le but principal de notre festival ? Peut-être qu’en réalité il y a plus d’un but dans cette entreprise. Il y a l’idée générale de soutenir les artistes et labels de la sphère netaudio en leur créant un festival dédié. Et puis il y a la volonté de promouvoir la philosophie des licences creative commons. Enfin le festival doit pouvoir générer, développer et élargir notre réseau parmi les artistes, créateurs, activistes, labels, distributeurs numériques, presse web et classique, etc. Il y aussi mon envie de faire de Berlin un des points d’ancrages de ce réseau. Et puis tout simplement j’adore les festivals et j’aime organiser de tels événements! Faire les choses qu’on aime est un but en soi ! La vie est trop courte pour cumuler les mauvais boulots…
3) Avez vous rencontrés des difficultés à trouver des partenaires financiers et medias pour cet événement? Justement, comment se positionne un festival netaudio par rapport à un autre festival plus conventionnel ?
Il n’est jamais aisé de trouver de l’argent pour financer ce genre de choses : NetAudio est l’opposé parfait de la musique commerciale. Donc la potentialité d’intéresser les investisseurs est plutôt réduite. Ca prendra du temps et d’énormes efforts dans le futur pour que netaudio devienne riche et célèbre! Si c’était en mon pouvoir, je ferais tout pour que ça se réalise ! Pour les artistes… mais aussi les organisateurs de festival! Je n’approuve pas du tout l’idée selon laquelle publier de la musique en licence creative commons signifie dire au revoir au succès financier. Je ferais toujours tout pour promouvoir l’idée opposée ! Mais pour l’instant on dépend quelque part des financements extérieurs, et aussi longtemps que nous ne représentons pas des garanties de bénéfices pour les sponsors privés, nous avons besoin de l’argent public du gouvernement local, des fonds nationaux ou de ceux de fondations publiques ou privées.
A ce stade Netaudio ne peut pas présenter beaucoup d’artistes qui ont débuté leur carrière par des netalbums gratuits pour devenir des superstars internationales. On manque de grands noms, de “gros poissons”, bien que dans certains domaines musicaux on trouve des success-stories intéressantes. Des projets comme SCSI-9 ou Kollektiv Turmstrasse par exemple peuvent à présent largement vivre de leur musique. Quand le Kollektiv Turmstrasse a joué a Londres en 2006, personne ne les connaissait, à part une petite partie de la communauté netaudio. Maintenant ils doivent limiter leurs apparitions dans les clubs ou les festivals pour préserver un peu de jus. Je peuxavancer qu’ils pourraient faire plus d’un concert (bien payé) par jour s’ils le voulaient. Mais je suis à peu près sûr que personne en France, et en dehors de la scène techno, n’a entendu parler de Kollektiv Turmstrasse. En 2007 c’était vraiment difficile d’atteindre des partenaires médiatiques en dehors de la communauté web, parce que personne n’avait idée de ce qu’étaient le netaudio, les netlabels ou les creative commons. Avant que le monde des médias veuille bien se plonger dans la complexité d’une collection d’idée philosophique, on doit présenter plus que des arguments. Par exemple le logo d’un important fond culturel pour “sécuriser” les médias : une initiative soutenue par le Hauptstadtkulturfond (Fond pour la culture) doit bien valoir une couverture médiatique ! Donc nous avons eu une bonne réponse générale de la part des médias en 2009, à tel point que de grosses sociétés de médias sont venus nous voir, sans aucune démarche préalable de notre part!
4) Sur un plan artistique, l’édition 2009 restera un succès, nous pouvons nous même en témoigner. D’un point de vue financier, même chose?
Et bien, on a plus dépensé qu’on a gagné. Mais nous avons le sentiment fort que cet argent a contribué à présenter beaucoup de valeur artistique pour ce festival. Mais avec le recul d’après le festival, on aurait mieux fait de revoir certaines choses à la baisse. Par exemple finir les soirées à 6h du matin au lieu de 8h aurait été parfait. On aurait pu ainsi tout organiser de manière extrêmement confortable. Mais à vrai dire c’est loin d’être un problème financier. Personne n’a perdu d’argent dans l’histoire, bien qu’on aie encore besoin d’une petite soirée pour lever des fonds pour nos dernières factures !
5) Cette année, le netaudio festival se déroulera à Londres. L’équipe de Berlin sera t-elle présente? Si oui, de quelle manière participez vous à l’organisation?
Les dernières infos que j’ai eu à ce sujet me sont parvenues aujourd’hui même : la date du prochain festival londonien pourrait très bien être en Mai 2011 ! Rien n’est certain pour l’instant… Je sais que les londoniens aimeraient avancer la date plus tôt dans l’année, mais ils essayent de trouver un arrangement avec une salle intéressante – et cela implique peut-être de reporter à Mai 2011. Il faudra attendre mars/avril pour en savoir plus. Dans tous les cas on soutiendra les londoniens, si on peut, car il y aura aussi un changement majeur dans les objectifs de leur festival. Mieux vaut patienter et prendre une tasse de thé en attendant !
6) On voit que des collectifs se montent tout doucement pour soutenir la scène netaudio. Vous en Allemagne mais aussi à Londres, en Pologne, en Espagne, en Russie, au Portugal, depuis peu en France et aux Pays-Bas et à priori bientôt au Maroc. Que penses-tu de toutes cette scène internationale, penses -tu qu’elle pourra collaborer de façon efficace dans l’avenir? Ça dépend de leur capacité à fonctionner individuellement. Le niveau européen n’est pas capable de faire vraiment fonctionner ces structures. Ça peut seulement motiver les activistes de ces organisations nationales à continuer leur efforts de développement. Mais j’aimerais voir les structures nationales fonctionnelles être connectées correctement, avec des interactions de personnes, du partage de connaissance, des actions coopératives et des campagnes communes. Il est intéressant que vous n’ayez pas mentionné l’Italie avec leur réseau “nettare”. J’ai l’impression que les italiens ne réussiront pas tant qu’ils continueront de considérer leur réseau comme une plateforme virtuelle uniquement. Pour l’instant je ne dirais pas qu’il existe un “NetAudio Italie”. Les participants au festival Nettare en 2008 sont tous retournés à leurs activités pour leur propre label. Il est absolument nécessaire qu’il existe une volonté de construire une structure commune, pas seulement virtuelle mais aussi physique. Mais comme les netlabels publient de la musique sans aucune notion de frontières nationales, l’idée (ou l’approche) netaudio ainsi que ses structures nationales bénéficieront d’un réseau commun européen.
Pour que ces structures nationales travaillent ensemble de manière efficace, on a besoin de gens qui organisent les activités communes, avec une grande disponibilité, un maximum de transparence, un niveau élevé de motivation et un bon paquet de fun. Mais encore une fois on revient vite aux questions de comment financer ces activités à l’intérieur de ce cadre, qui n’a pas encore développé de modèle financier durable, et de surcroît pas de quoi financer une meta-structure européenne. Je promets de continuer à réfléchir à des situations, et encore une fois également pour des raisons personnelles. J’aimerais tellement travailler à un niveau professionnel dans de telle structures !
7) A propos du Portugal, j’imagine que tu as dû être ravi d’apprendre que la ville de Lisbonne avait donné une enveloppe de 50 000 euro à Beat Plays Free pour l’organisation d’un festival netaudio.
Oui! Félicitations ! Quel beau développement ! Et d’ailleurs il est assez drôle de noter que le Conseil Municipal de Lisbonne a eu l’idée de fixer le montant de l’aide allouée via un vote internet ! Un gros avantage pour le NetAudio ! Je viens de parler avec Rute, une des créatrice de l’événement, aujourd’hui. Je sais aussi par Fernando Fonseca qu’il sera de la partie. On attends avec impatience l’ouverture des inscriptions ! On va essayer d’avoir une chance de participer !
8) Quels sont les futurs projets de l’équipe du Netaudio Berlin ?
Une des choses sur lesquelles nous avons misé dernièrement, c’est de présenter une scène netaudio au Fusion Festival en juin, conjointement avec le NetAudio Londres. Un deuxième projet est un festival à Casablanca en novembre, en coopération avec le NetAudio France et le futur NetAudio Maroc (Inch’allah…). Nous allons aussi participer à la Berlin Music Week, qui aura lieu du 6 au 12 septembre, et qui sera, selon leurs dires, une énorme présentation musicale dans la ville. On sera aussi présent au Popkomm, les deuxièmes plus grandes rencontres musicales du monde, au salon de la musique alternative allemande et au Festival des Clubs. NetAudio Berlin sera impliqué avec un panel musical pour présenter le mouvement netaudio à tous les acteurs du business musical, petits ou grands.
D’autre part, NetAudio Berlin travaille sur un projet de NetAudio “Circus” en 2011/2012, une tournée avec plusieurs événements de tailles différentes proposés dans plusieurs pays européens. Certains d’entre nous sont impliqués plus globalement dans un mouvement qui tente d’ouvrir un centre de la culture libre (logiciels open source, musique libre, médecine ouverte et beaucoup plus…) qui regrouperait agences, associations, particuliers, activistes, organisateurs, gens de réseau, promoteurs, etc. en un même lieu. Il y a un gigantesque ancien complexe aéronaval, construit par ces putains de nazis mais avec une architecture super impressionnante, aux alentours du centre de Berlin. Certains d’entre nous cherchent également à établir un cadre pour un usage commercial de la musique en licence creative commons (je sais que certains idéologistes ont des questions ou des problèmes avec ça). On a encore pas mal d’autres choses en cours, mais comme vous le savez, seulement une partie d’entre elles pourraient se réaliser. On verra bien à quoi on pourra donner vie dans ces prochains 10-15 mois !
9) Que penses tu de l’évolution parallèle du monde du libre et de l’industrie musicale classique ? Et de l’avenir de la musique en général ?
Bien entendu, le mouvement NetAudio ne balayera pas le régime des royalties ou les sociétés de droits d’auteur. Donc je suggère qu’on travaille sur les possible manières de connecter une philosophie à l’autre. C’est un processus qui devrait être mené en ayant conscience de la valeur et la force du modèle netaudio. Je pense, comme n’importe quel activiste de ce mouvement, qu’il est juste qu’un artiste soit rétribué pour son art. Mais personne ne pensera que le monde est injuste s’il n’arrive pas à en vivre. Ça restera comme avant : 95% des artistes continueront à prendre leurs instruments et jouer ensemble dans les salles arrières des pubs locaux. C’est tout. Pas de sponsors, pas de découvreurs de talents, pas d’Eurovision, pas de stades bourrés à craquer. Au temps de Mozart, seulement une poignée de musiciens étaient capables de vivre de leur musique, tandis que les autres artistes jouaient de leur instrument pour gagner quelques pièces pour avoir un lit pour la nuit, et si la journée avait été bonne, une bière. Le reste était pour le plaisir personnel. On ne verra jamais la situation où une majorité de jeunes artistes talentueux auront la chance de vivre de leur musique. Mais cependant on doit dépasser la situation actuelle, où les petits jeunes qui sont repérés par les agents des majors doivent signer des contrats dans leur sang, vendre leurs âmes, accepter qu’on transforme leur œuvre en un produit marketing, et ce juste pour le bénéfice de quelques managers, patrons et actionaires des grosses maisons de disques. NetAudio réintroduit la dignité dans la musique (le business musical) et réinvente les relations entre l’artiste (ou producteur), le mélomane (ou consommateur) et la musique (ou produit). Je ne m’attends pas à ce qu’un grand pourcentage d’artistes choisissent d’auto-déterminer leurs droits plutôt que de vendre leur âme, mais au moins cette alternative raisonnable devrait exister dans le futur. Mais je suis par ailleurs également assez optimiste sur le fait que nous puissions atteindre nos objectifs de changer l’industrie musicale en terme de gestion des droits – principalement la gestion des droits internet mais aussi la création de systèmes de contrats internationaux.
10) Pour l’instant, le mouvement de la musique libre reste assez méconnu du public international, et est parfois perçu comme une bande d’utopistes isolés. Quel genre d’actions, d’efforts penses-tu que la communauté NetAudio devrait déployer pour gagner plus de visibilité ou de crédibilité ?
Premièrement : garder une approche idéaliste mais travailler sur des modèles et systèmes concrets pour répondre aux besoins de tous les participants impliqués. NetAudio n’est pas uniquement fait pour le bénéfice des artistes, il s’agit d’un système juste et équitable où les accords sont passés par des acteurs de même niveau. Deuxièmement, essayer de ce connecter à plusieurs réseaux, pas juste le netaudio. Le monde est plus grand que ça. NetAudio doit devenir une partie ordinaire du business musical de tous les jours. Troisièmement, le business n’est en rien incompatible avec l’utopie. Un business juste implique des relations professionnelles et des bénéfices équilibrés pour chaque partie. Bien sûr il existe une dimension totalement anti-commerciale dans la musique libre. Mais il ne faut pas oublier l’aspect commercial des licences creative commons. NetAudio est un modèle, une structure, un effort, un cadre, une proposition, une invitation et une philosophie, pas une idéologie. Quatrièmement, essayer d’éviter l’impression que pourrait avoir l’extérieur que le netaudio est fait seulement pour les amateurs et les débutants. NetAudio n’est pas une solution de deuxième choix pour ceux qui ne sont pas assez bons pour Universal. C’est des conneries! NetAudio pourrait être un choix responsable pour conserver quelques chances d’éviter de devenir un pigeon des majors. Je veux dire par là que devenir une superstar comme Madonna, Metallica, etc. est sûrement le rêve de ceux qui signent chez Universal, Sony ou BMG. Mais il y a cent fois plus d’artistes qui ne finissent pas dans les grandes chambres des luxueux hôtels entourés de groupies défoncées. Au lieu de ça ils investissent temps, argent, sueur et larmes pour se voir finalement dépouiller par les léviathans du business, puis envoyés hors-jeu avec rien d’autre que leur espoir brisé. Parce qu’il se sont vendus contre des promesses de gloire et de richesse, sans réaliser que les agents des majors parlaient de la gloire et de la richesse de leur société, et pas de l’artiste. Enfin garder à l’esprit que dans le futur la plupart de l’argent généré par les musiciens viendra de leurs concerts ! Donc dites aux musiciens de garder leur droit de propriété intellectuelle entre leurs propres mains, et de prendre la route ! Si ils ont du succès, il sera toujours temps de se voir proposer de gros contrats !
Interview : Rafael Aragon & Geoffrey Marchand Traduction : Rafael Aragon

Freitag, 9. Oktober 2009

Netaudio Festival 2009: Gema raus!

Folgender Artikel erschien in der Berliner Zeitung am 08.10.2009. Geschrieben hat ihn Timon Engelhardt, ein langjähriger Wegbegleiter unserer Netaudio-Aktivitäten. Hier ist der Link zum Artikel.

Im Internet ist ein Netz aus freien Labels entstanden -

jetzt präsentieren die sich in der Maria

Antina Michels, Don Ludwig, Raimund Reintjes und Timor Kodal (v. l.) sind die Initiatoren des

Netaudiofestivals in der Maria. Foto: Benjamin Pritzkuleit,

Berlin - Samstagnacht, Friedrichshain, Revaler Straße. Rund um das Gelände des vor einigen Wochen vom Bauamt geschlossenen RAW-Tempels streifen Grüppchen von Jugendlichen durch die Dunkelheit. Viele kommen aus den umliegenden Hostels, sagt einer, der es wissen muss, denn er gehört zu den Betreibern des Clubs, vor dessen Tür sich gegen ein Uhr die erste Schlange bildet. Netlag, die erste komplett Gema-freie Netaudio-Veranstaltung Europas, feiert an diesem Abend mit DJs und Liveacts. Die Protagonisten kommen aus dem eigenen Umfeld, aber auch aus dem europäischen Ausland. Weder Werbebanner noch aufwendige Lichtinstallationen bestimmen das Bild. Der Blick ist hier aufs Wesentliche und damit in erster Linie auf eine für die Musiker akzeptable Anlage gerichtet. Die sorgt in den nächsten acht Stunden auch dafür, dass sich die etwa 300 Gäste des Clubs vor allem auf die Musik und das nächste Getränk konzentrieren können: Berlin - Techno City wie aus dem Reiseführer.

Netlag ist Teil eines wurzelartigen Geflechts aus Blogs, Labels und Foren, das sich rund um den Globus entwickelt und organisiert hat - im Internet. Mal mehr, mal weniger von politischen Motiven und einer Kritik an den Strukturen und Zwängen der Musikindustrie getrieben, haben sich hier in den vergangenen Jahren Produzenten eigene Veröffentlichungsplattformen geschaffen. Schon jetzt haben sie die Musiklandschaft verändert. "Während die Majors lange Zeit über die rückläufigen Tonträgerverkaufszahlen herumlamentierten und die Tauschbörsenkultur verteufelten, haben die Netlabel die Möglichkeiten erkannt, die das Internet für den Vertrieb von Musik eröffnet", sagt Timor Kodal, selbst Netlabel-Musiker.

Alles ganz legal

Die unter Creative Commons vertriebene Musik bietet aber auch den Kunden eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Neben dem einfachen Download ist meistens auch das Kopieren, Weiterverbreiten und Bearbeiten erlaubt - alles ganz legal an der Gema vorbei. [.] Dass über das Internet als Bühne und Verwertungsinstanz noch viel Diskussionsbedarf besteht, zeigt ein Blick in das Tagesprogramm des am nächsten Wochenende zum zweiten Mal in Berlin stattfindenden Netaudiofestivals. In Workshops und Diskussionen sollen die aktuellen Probleme der Netlabels geklärt werden; Begriffe wie Missbrauchsschutz, EU-Recht und immer wieder Markt durchziehen die Ankündigungen. Für weniger theoretisch am Geschehen Interessierte bietet das Wochenende aber vor allem eine ganz praktische Form der Teilhabe: Etwas abseits des eigentlichen Festivalorts, aber gerade im Mauerfall-Jubiläumsjahr interessant, soll die geplante Sammlung von Field Recordings endlich Gestalt annehmen - Umgebungs- und Naturgeräusche also, die am ehemaligen Mauerstreifen entlang der Spree gesammelt werden sollen. Hier bauen die Veranstalter auf die Initiative der Besucher: Jeder ist eingeladen, Aufnahmen zu machen und auf der Festivalhomepage hochzuladen, die besten Beiträge werden präsentiert.

Von Minimal bis Drone

Doch vor allem das Nachtprogramm besticht mit seinem selbst für Berliner Verhältnisse aufregenden Line-Up, und es sind nicht unbedingt nur für Nerds bekannte Acts dabei. Weit mehr als hundert Künstler von vier Kontinenten werden an den drei Tagen und Nächten auf insgesamt acht
Floors die verschiedensten Spielarten elektronischer Musik darbieten: Neben den bekannten Variationen von Minimal, House und Techno finden ebenso sonst nicht allzu präsente Musikrichtungen ihren Platz. Ambient und Dubstep, Breakbeats und Triphop, Noise und Drone - der Stile sind viele und somit auch der Möglichkeiten, Unbekanntes und Abseitiges zu entdecken.

Auch wenn der Fokus des diesjährigen Netaudiofestivals ganz klar auf Künstlern aus osteuropäischen Ländern liegt, ist der Berliner Underground ebenso mit bekannten DJs und Liveacts vertreten. Unterstützung kommt ebenfalls von bekannteren Protagonisten der Technoszene: Der in den 90er-Jahren vor allem als Produzent von sphärischem Dub-Techno bekannt gewordene Dirk Diggler zum Beispiel, der vor Kurzem mit seinem Album "Decade One" brillierte, wird ebenso mit einem DJ-Set vertreten sein wie das Berliner Techno-Urgestein Tanith und Alex Meshkov vom russischen Vorzeige-Netlabel Deepmix. Selbst der Vertrieb Wordandsound, mit der Bezahl-Downloadplattform Whatpeopleplay bekannt geworden, schickt mit Marc Schneider aus Hamburg und Peter Armster aus Berlin zwei Mitwirkende ins Rennen.
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Netaudiofestival
Donnerstag: Live u.a. Pheek, Klartraum, Dreher & sm.art
Freitag:Live u.a. Goldwill, Erich Lesovsky; DJs u.a. Tanith, Marc Schneider
Sonnabend: Live u.a. Disrupt, SCSI-9, Marco Fürstenberg, Kraftfuttermischwerk

Alle Partys beginnen um 21 Uhr in der Maria am Ufer, Stralauer Platz 34/35, Friedrichshain

www.netaudioberlin.de/
www.net-lag.de/

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Popkomm minus illegal

Artikel von mir im proud-Magazin, 10/2009, S. 29


Der King of Pop ist tot. Die Popkomm, the Circus of Pop, wohl auch. Schuld daran sind laut Dieter Gorny die illegalen Downloads. O.k., jammern hilft manchmal. Aber was soll es bringen, wenn die etablierten Musikverlage technologische und gesellschaftliche Entwicklungen ignorieren und stattdessen lieber Druck auf die Politik ausüben? Richtig ist, dass der Umsatz aus dem Verkauf von CDs und anderer Tonträger in den letzten zehn Jahren um mehr als 40 Prozent zurückgegangen ist. Richtig ist auch, dass das viel mit dem Internet zu tun hat. Aber das Internet ist weit mehr als illegale Tauschbörsen. Internet - das ist auch MySpace, Musikblogs oder Netlabels. Nahezu alles, was die Musikbranche reproduziert anzubieten hat, ist mittlerweile online verfügbar, und vieles davon tatsächlich ganz legal.
Im Gegensatz zu den zahlreichen Tauschbörsen bieten seit einem knappen Jahrzehnt eine wachsende Zahl von Netlabels die Musik ihrer Künstler zum legalen Download an. Und zwar kostenlos. Netlabels sind Labels, die ihre Musik über ihre Plattformen im Internet anbieten. Sie veröffentlichen ihre digitalen Releases zumeist im mp3- oder flac-Format, erstellen Coverart und Künstlerprofile - und verfolgen in erster Linie das Ziel, Aufmerksamkeit für den Künstler und seine Musik zu erzeugen. Sie verstehen sich zumeist als Promotionplattform für neue, unerhöhrte Sounds. Ihre Künstler und deren
Musik stellen eine Art Bodensatz dar, aus denen sich die Stars von morgen generieren.

Der Unterschied zu dem über mediale Inszenierung erfolgten Weg zum Superstar und einer auf massenhaften Verkauf von Tonträgern ausgerichteten Systematik ist der, dass sich, bis es soweit ist, niemand die Finger verbrennt. Dass niemand horrende Summen investiert, die es nach sich ziehen, den investierten Promotionaufwand auf Gedeih und Verderb wieder einspielen zu müssen. Hier verschuldet sich kein Künstler über die nächsten Jahre, um sein Publikum zu finden, hier muss niemand zu Stefan Raab oder durch die Autohäuser touren, um irgendwelche Verpflichtungen gegenüber einer unstillbar hungrigen Musikindustrie abzudienen. Die Künstler bieten ihre Musik schlicht und einfach einem internationalen Publikum an, ohne dass das Label den Sound glattschleift oder an einen vermeintlichen Hörergeschmack anpasst. Hier entscheidet der Künstler im Rahmen der sog. "Creative Commons"-Lizenzen selbst darüber, welche Rechte an seinem Werk er behalten will und welche er an die zukünftigen Nutzer überträgt. Downloaden? Auf CD brennen? An Freunde verschenken? Samplen? Remixen? In Clubs abspielen? Je nachdem - und beim nächsten Mal vielleicht auch anders - und zwar solange, bis sich ein Publikum gefunden hat was auch zu Konzerten kommt und Tonträger oder T-Shirts kaufen will. Oder ein Verleger kommt und einen Vertrag anbietet zu fairen Konditionen. Dann fangen auch diese Künstler an, Geld zu verdienen - und zwar ohne sich vorher über beide Ohren gegenüber den Dieter Gornys dieser Welt zu verschulden, ihre Seele zu verkaufen oder den eigenen Sound auf den perfekt produzierten CDs für die von der Plattenfirma anvisierte Zielgruppe nicht mehr wieder zu erkennen.
Bis dahin ist es nach wie vor ein weiter Weg. Viele, die ihn beschreiten, werden ihn auch nicht zuende gehen. Sie werden Hobbymusiker bleiben, werden es nie in die Plattenregale der Musikläden schaffen oder vor tausenden begeisterten Fans Konzerte geben. Trotzdem werden Menschen in aller Welt ihre Musik kennengelernt haben - und die Chance ist groß, dass durch unmittelbare Kontakte zwischen Musikliebhaber und Künstler weit mehr entsteht als eine distanzierte Beziehung zwischen Produzent und Konsument. Viel wahrscheinlicher entstehen stattdessen internationale Netzwerke, Freundschaften oder spannende Kooperationen mit anderen Künstlern. Es geht (noch) nicht um Image oder Hype, nicht um Verkaufszahlen oder Möglichkeiten des Cross-Selling, sondern um einen konkreten Erfahrungs- und Ideenaustausch. Ein solcher Ansatz definiert den Wert von Musik nicht in erster Linie monetär sondern darüber, ob sie in der Lage ist, Menschen zu begeistern und zu inspirieren. Es ist eine Ökonomie von Aufmerksamkeit, die dem Ganzen zugrunde liegt. Und das kann sich durchaus auch finanziell auszahlen. Und weil das so ist, springen zunehmend auch etablierte Künstler auf den Trend auf, ihre Musik zu Teilen auch kostenfrei über das Internet anzubieten.
Vom 08. bis 11. Oktober trifft sich in Berlin die internationale Netaudioszene, bestehnd aus Netlabelbetreibern und den Künstlern, die über sie veröffentlichen. Aus Podcastern und Experten der Creative Commons, digitalen Distributoren, Fieldrecording Künstlern und einer ganzen Reihe
Kreativen aus weiteren Disziplinen, die sich auf die Suche nach einer Alternative zu den herkömmlichen Strukturen im Musikbusiness begeben haben. Von Donnerstag bis zum frühen Sonntagmorgen werden auf dem diesjährigen Netaudiofestival in der Maria am Ostbahnhof rund 150 Künstler aus 27 Nationen auftreten. Das Festival, das insgesamt bereits zum fünften Mal stattfindet, steht dieses Jahr unter dem Motto East meets West - da die Veranstalter im zwanzigsten Jahr des Mauerfalls ein besonderes Augenmerk auf die Künstler, Label und Strukturen in Osteuropa - aber auch an den Nahtstellen zwischen Orient und Okzident - legen wollen. Dazu haben sie, neben Künstlern zahlreicher westeuropäischer Länder auch solche aus Weißrussland und der Ukraine, Polen, Marokko, Russland, Tschechien, der Türkei, Bosnien, Serbien und Ungarn eingeladen. Mit Kanada, den USA und Australien schließlich schaut das Festival musikalisch auch über den europäischen Rahmen weit hinaus. Die stilistische Bandbreite umfasst die verschiedenen Spielarten der elektronischen Musik wie Techno, Minimal und House - aber auch TripHop, Dub, Nujazz, Pop, Dubstep, HipHop, Chiptunes, Drum'n'Bass, Techdub und ein Experimental Floor werden geboten. Und tatsächlich sind neben wohlklingenden Namen aus der internationalen Netaudio-Szene auch zahlreiche weit über die Szene hinaus bekannte Künstler dabei: SCSI-9 beispielsweise oder D.Diggler, Tanith oder Erich Lesowski, Marko Fürstenberg oder Marc Schneider dürften auch bei dem ein- oder anderen Vinyl- oder CD-Liebhaber den Puls schneller schlagen lassen. Überdies erwähnenswert spielt die große Mehrheit der angekündigten Künstler live.

Doch auf dem Netaudio Festival 2009 geht es nicht nur um die Musik an sich: In einem kostenfreien und öffentlichen Tagesprogramm werden zahlreiche Workshops, Vorträge und Diskussionsveranstaltungen zu verschiedenen Aspekten der digitalen Musikszene stattfinden. Das reicht vom Synthesizer Workshop über eine Einführung in Ableton Live!, von Creative Commons Filmemachen über die Diskussion der Ergebnisse der Alltogethernow-Konferenz, von einer umfangreichen Netlabel-Messe und Netaudio-Ping-Pong bis hin zu zahreichen Showcases, Performances und weiteren Kunstformen.
Hinter dem Festival steht als Ausrichter der Verein Netaudio e.V., dessen Mitglieder und Macher seit Jahren in der internationalen Netaudioszene aktiv sind. Mit Gleichgesinnten in London veranstalten sie das Festival im jährlichen Wechsel zwischen den beiden Städten. Und mit dem italienischen
nettare-Netzwerk sowie netaudio.es aus Barcelona haben sie sich im Zentrum eines europäischen Netzwerks etabliert, was dieses Jahr seine Kontakte nach Osteuropa erweitern will. Mittlerweile ist auch das Land Berlin auf die Aktivitäten der Netaudio-Promoter aufmerksam geworden und unterstützt seit diesem Jahr das Festival im Rahmen des Hauptstadtkulturfonds. Das wiederum zeigt, dass zumindest in Berlin einige Verantwortliche erkannt haben, dass manch alte Zugpferde der Creative Industries ihre Kraft verloren haben und es dringend geboten ist, nach neuen Wegen und Mechanismen Ausschau zu halten, den Kompetenzvorsprung dieser Stadt aufrecht zu erhalten. Auf dem Netaudio Festival scheint man an einer ganzen Menge davon zu arbeiten.

Das komplette Programm des Festivals findet ihr unter www.netaudioberlin.de
Proud konnte von den Organisatoren 3x2 Festivaltickets für Euch rausleiern.

Freitag, 18. September 2009

Netlabels als Chance für unbekannte Künstler - eine Diskussion auf der a2n

Im Vorfeld des Netaudiofestivals 2009 hielt ich es für sinnvoll, im Rahmen der "Alltogethernow" Konferenz eine Round-Table-Diskussion zum Thema Netlabels im Independent Musiksektor anzubieten. Etwas enttäuscht war ich dann, dass trotz sehr guter Resonanz und regem Interesse der zahlreichen Beteiligten ausgerechnet beim Veranstalter nur der Amateuraspekt von Netlabels hängen geblieben ist. Naja, war ja trotzdem gut gemeint. Dessen ungeachtet habe ich von mehreren Seiten ein schönes Lob für meine Moderation bekommen, das entschädigt dann ein wenig. Denn so oft mache ich das ja auch nicht. Hier also der Review zur besagten Diskussion [link zum a2n-posting]: 

"CD's gibt's nur zu Promo-Zwecken, Vinyl für Liebhaber" - am liebsten aber alles digital und kostenlos. Netlabels bieten GEMA-freie Musik kostenlos zum freien Download an.

Es gibt mittlerweile mehrere hundert Netlabels auf der Welt. Allein in Berlin sind es rund 35. Wie funktioniert deren Business Modell? Oder sind sie nur kostenlose Spielwiesen auf denen sich Künstler profilieren, bis sie ein "richtiges" Label finden?

Diese und weitere Fragen diskutieren gerade Raimund Reintjes vom Netaudio Festival mit Ronny Kraak (Kraftfuttermischwerk), Timor Kodal (Pulsar Rec.) und Volker Tripp (ID.eology) auf der A2N - und die Antwort: Ja - oft funktioniert es so. Viele Künstler nutzen Netlabels, um sich bekannter zu machen und ihrer Musik Gehör zu verschaffen.

Ein Netlabel ist mehr als ein eine Website auf der ein paar Tracks zum kostenlosen Download bereit stehen. Ein Netlabel baut seine Künstler auf, pflegt Medienkontakte und versucht seine Künstler zu "promoten". "Damit sie nicht in der Masse untergehen, wie bei Myspace oder Facebook", meint Ronny Kraak.

Vor allem in der Elektronik-Szene sind Netlabels ein wachsendes Modell. Hier sind die Kosten für die Musikproduktion am geringsten und somit auch das Risiko Verluste zu machen. Der Netlabel Bereich wird dementsprechend von der elektronischen Musikszene bestimmt.

"Natürlich ist bei jemand der seine Beats am Rechner bastelt die Internetaffinität höher, als bei einer Indie-Band - aber diese Ausweitung kommt noch" meint Timor. Auf dem Netaudio Festival, das im Oktober in Berlin stattfinden wird, zeigt das Programm dass sich die Bandbreite der Musik allerdings ausweitet. Dennoch bleibt die Realität vieler Bands wie sie Ronny beschreibt bestehen: "Rammstein nimmt keine Platte in der Küche auf."

Mehr Informationen zum Netaudio-Festival: http://www.netaudioberlin.de

Mittwoch, 16. September 2009

Netaudio Berlin 2009 - A Spectacular Creative Commons Festival

The following interview was posted in the international edition of "Phlow" magazine. Link to the original posting.

Don Ludwig, Antina Michels and Raimund Reintjes prepared one - if not the most - exciting creative commons festival in 2009. Netaudio Berlin 2009 will present nearly hundred artists, groups or music projects making noise in the free culture movement called netaudio. Since weeks music lovers from all over europe wait for the festival. We interviewed Antina and Raimund to get to know what will happen in october in Berlin.



After two years the second Netaudio Gathering in Berlin will open its gates from 8th to the 11th of October. Who is taking part in the Netaudio Berlin Festival and who are the main creators of the event?

Raimund: Who is taking part? It would be a long list if we were to mention all the artists, speakers and participants! Solely the night program from Thursday to Saturday contains close to a hundred artists, groups or music projects. The free daytime program on Friday and Saturday is also packed with workshops, lectures, discussions, showcases and various art installations resp. performances. It would be better for you to flip through the lineup on our website.

Your second question is a lot easier to answer. The main driving forces behind the Netaudio Festival Berlin are – ladies first – Antina Michels, a European Ethnographer and author of the book about "Netlabels – social networks on- and offline", Don Ludwig – free Graphic Designer and long time Netaudio activist (Pentagonik, Netlag etc.) and Raimund Reintjes, an Event Manager and Netaudio Supporter, who emblazed the initial flame to the Berlin Festival activities in 2007. But without the network of activists: Henry, Sarah, Jon, Timor, Kevin, Kirsten, Hannes, Volker, Saskia and some more friends surrounding us, a festival of this velocity would still only be a dream.

What is the main driving force behind your engagement for the free music movement, also known as creative commons music or netaudio? Why do you have such a love for this culture so that you spend so much of your time creating such a festival?

Raimund: It’s the strong belief that there should be a fair and a strong relationship between the artist (formerly known as the producer), the music (formerly known as the product) and the listener (formerly known as the consumer). Creative Commons on the legal – and netlabels on the physical side of life provide the best starting point. I have realized in the past 15-20 years to re-organize the perverted relations within the music business we have to start from the very beginning, to bring the whole thing back on its feet again – but so many artists, music lovers and professionals are working on this subject.
It’s exciting to see the growing impact and effects this movement has had on the rules of the game already. Music is basically something to touch your heart and soul – not for the profit of a few big companies. Netaudio is bringing dignity back into the music business by eliminating the financial aspect as the roots of engagement. This is not the end of the story – but it’s meant to wipe out the conditions of greed and replace them with an economy of trust and attention.


Antina: The festival is the practical realisation of more theoretical thoughts in my book. The festival also stands for the "face to face" interactions, stepping away from the internet as Andi Studer from the Netaudio Festival London 2008 has previously remarked: "The offline festival for online music."

Netaudio needs the real life physical exchange – and thrives from it. The participants and guests will have personable experiences together; strengthening the relationships already formed online and making new friendships face to face. These contacts can be valuable for musical and artistic collaborations which become possible by the connections made at the festival, as an example the Trioon project which is a collaboration between J-Lab (former Netaudio London, now Berlin), Dr. Nojoke (Netaudio Berlin) and Servando (Spain, now Berlin). The Festival also allows the artists to promote themselves, to be heard and to raise their profile.

One aspect of my personal motivation is the practical/my experience of a ‘community of practice’ – (a form of collaboration in a team, which is based on- and offline communications, a learning concept developed by Lave and Wenger) working and learning together under the recent circumstances like project orientated, temporally limited collaboration. It facilitates the in-sight in collective, co-working and (co-) learning processes. I have to admit that my research instinct comes up sometimes ;)

Another aspect of my motivation is the opportunity to bring people from different cultural backgrounds together, to give them the possibility of exchange, for example in discussions. In equal measure more informal meetings are important and motivating: having fun together on the dance floor, listening to music, chatting, catching up and networking at the netaudio fair. In this way ‘offline contexts’ and a feeling of belonging are created. This gives the possibility of remembering ‘former’ online friends more enduringly than if it were just left at a single online contact.

What has changed during the last two years? What can we expect from Netaudio Berlin and why should we come?

Raimund: mo. – you should be coming because we invited you to moderate a round table discussion about online distribution and the role of netlabels as a hinge between the “market” and the creative output of the artists! All the others should come to watch you of course

Ahem ok, we’ve invited a few more experts for an informative daytime program. There will be some 40 netlabels presenting themselves – so if you are an artist and in search of top level contacts within the netaudio scene – we have a plethora of them. And if you love exploring the progressive developments in music & styles you should not miss our widespread night program with all sorts of electronic music like Techno, Minimal and House – but also Dubstep and Drum’n’Bass, Triphop and Nujazz, Pop, Dub, 8-Bit, HipHop, Techdub and especially the Experimantal Stage at the opening night on Thursday The variety of styles is one of the main attractions, also the extension of the festival which now starts on Thursday. We have also extended the daytime program - which now has two long afternoons and three parallel branches of activities. We have also upgraded to a better venue – which has provided us with some better working conditions. We do not have to squat in order to have enough space

In spring you called for entries. Now the program is finished. How many entries did you get and under which criteria did you choose the artists? What was your main goal?

Raimund: We got roundabout 150 entries. But through a multi-leveled procedure and also through the required amount of information we tried to support requests from those artists who really wanted to get involved in this specifically – and not just in any other festival. We tried to give some extra support to artists from Eastern countries. So we have now announced artists from Ukraine, Belarus, Hungary, Czech Rep., Slovakia, Turkey, Russia, Poland, Morocco and Serbia – and we hope that they all get visas and permission from the authorities to play in Berlin. Other criteria were mainly subjective. We’ve chosen what we liked the most. Around half of the program is filled with artists from the “Call for Entries”, the other half has been asked by our bookers if they would like to take part. We thought this would be a fair arrangement between our own ideas and the offers from the communities.

When organising and inviting musicians and artist to such a happening like Netaudio Berlin, I’m sure everybody has their own favorites. Which musicians or artist are your favorites and what do you yourself not want to miss?

Raimund: As I have been in charge of the booking for the Experimental Floor and the Dub & Techdub Floor you’ll find nearly all my favorites here. For sure I am also very happy about a whole bunch of artists on other floors – and I helped on decisions with one or two of the others. But to be honest I am really proud that we can present something like the Experimental Floor on Thursday.

There has never been such a line-up at a musical event before. It is a unique combination of artists and due to the nature of their music you would never normally see them billed at this time, on this day, in this setting, so we are very pleased to be able to offer them and the visitors this treat. Here we have about eight representatives with extremely creative and free minds, experimenting with sounds and musical atmospheres all combined on one floor! And the Dub & Techdub Floor on Saturday contains a close to perfect selection of my personal favorites. I can’t live without one or the other release of their music on my mp3 player – always ready to sweeten my days

Antina: The most interesting thing about a festival is a variety of styles, not only music genres, but also varied forms of presentation like musical showcases, audio-visual performances, films, discussions, workshops, lectures and ping pong sessions. Personally, I’m especially glad to welcome reggae, dub and 8-bit artists in the night program and also to have more experimental, downtempo and ambient artists in the day program. The netlabel showcases will open up the possibility to chat, network and enjoy the music at the same time.

Besides music in the evening Netaudio Berlin also focuses on other creative commons art forms and has some knowledge to offer. What exactly?

Raimund: We are showing, for example, a selection of CC-movies from Stefan Kluge of VEB Leipzig – who informs us about the ideas behind CC movies and also why they even allow these movies to be used for commercial purpose Then we have the netaudio ping pong game, an interactive game which uses netaudio sounds. We also have some field recording projects with concerts, sound- and net-installations as well as an exhibition on netlabels. Also there are a lot of discussions about various aspects of CC on the daytime program.

In many contracts with the musicians you "signed" the music of the artists. Do you plan to offer free live recordings afterwards?

Raimund: We will record the whole festival for our own documentation and maybe for live streaming – but also we might release some of the recorded material afterwards. There are only a few artists who do not want that. In matters of post-festival releases we are maybe a little more interested in the intellectual outcome of the day program. We’d love to think about spoken word releases like lectures and discussions. There are enough netlabels to release high quality netaudio music. But there is no such thing like a publisher for CC-audio books resp. intellectual creative commons.

Only here and there you’ll find single releases of this kind. We would like to develop this aspect. But we might also release some live sets of the music program. If everything goes well we might broadcast a live radio and live net-radio from the festival – but the venue is very difficult for that. During the next few days we are investing a lot of time, energy and also some money in trying to set up an infrastructure for broadband streaming. It would be so nice - and also appropriate

Thank you very much for the interview and see you at Netaudio Berlin 2009 in October!

Freitag, 11. September 2009

Netlables als wesentlicher Bausteine der Independent Musikszene

Für die "Alltogethernow (a2n)" Konferenz 2009 habe ich eine Round-Table-Diskussion beigesteuert, die endlich einmal den Fokus der Diskussion um Netlabels weg vom leidigen Gema-Bashing leiten sollte. Ebenso kann ich auch nicht mehr hören, dass 90 Prozent der Netlabel-Veröffentlichungen doch ohnehin minderwertiger Amateurkram ist. Erstens stimmt das nicht und zweitens sind solche Aussagen wirklich nicht dazu geeignet, Netlabel in ihrer Bedeutung und ihrem Potenzial zu beschreiben.

   Photo: SimSullen

Netaudio Berlin bietet im Rahmen der "Alltogethernow" - a2n eine Diskussionsveranstaltung zum Thema "Netlables als wesentlicher Bausteine der Independent Musikszene" an. Denn nachdem in den 1990er Jahren die Independent Musikverlage und -label mehr und mehr von den Verlagsriesen der Branche arborbiert und bestenfalls als Sublabel überleben konnten, breiten sich seitdem eine wachsende Zahl an Netlabels in dem Vakuum aus. Individuell geführt und eher an neuen, ungewöhnlichen Sounds als am bestehenden Massengeschmack des Mainstreams orientiert bieten Netlabel einerseits all jenes, was die Independent Vinyl- oder CD Label d er 1980er und 199er attraktiv gemacht hat. Indem Netlabel derzeit i.d.R. nicht auf finanziellen Gewinn ausgerichtet sind, bieten sie andererseits extrem wenig Argumente für ihre Absorption durch die großen Majors. Im Schlepptau der non-kommerziellen Label entwickeln sich zudem in jüngster Zeit auch neue Formen und Strukturen, die den kostenfreien Rahmen verlassen und alternative Bezahlmodelle - von Mikropayment über hybrides Cross-Selling, temporäre Kostenpflicht bis hin zu Zahlungen auf freiwilliger Basis anwenden. Welche Potenziale bieten Netlabel für eine zukünftige Independent-Labellandschaft jenseits von Selbstausbeutung und diesseits von Integrationsinteressen der Major Companies? Welche Strukturen entwickeln sich - oder haben sich bis dato noch nicht entwickelt, wären aber wünschenswert - oder gar notwendig für eine vielfältige und chancenreiche Indie-Musikkultur?

  • Raimund Reintjes, Netaudio Festival Berlin, Moderation
  • Ronny Kraak - Blogbetreiber und Netaudiokünstler (Das Kraftfuttermischwerk / Potsdam)
  • Timor Kodal - Netlabelhead (Pulsar Rec.), Digitallabel Betreiber (Little Green Man) und Gema Mitglied
  • Volker Tripp -  Jurist, cc-Experte, entwickelt mit PRIMA ein alternatives Abrechnungsmodell für cc-Musik und Mitbetreiber des Netlabels  ID.eology

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Kommt doch vorbei und diskutiert mit! Unterstützt den Zusammenschluss für eine Neuordnung der Musiklandschaft - all-together-now! Das wirklich umfangreiche und extrem spannende Gesamtprogramm der a2n findet ihr hier!

Mittwoch, 9. September 2009

Beat - Interview 09/2009

Interview mit Raimund Reintjes, Netaudio Festival Berlin (09/09/2009)

[
link zum Artikel]

raimund_mal_drei 

Beat / Vielen Lesern wird das Netaudio Festival in Berlin noch kein Begriff sein, trotzdem findet es nach 2007 bereits zum zweiten Mal statt. Was hat sich in Sachen Akzeptanz einer ehemals doch recht überschaubaren Szene in der Zwischenzeit getan?

Raimund / Wenn man es ganz genau nimmt, findet das Netaudio Festival sogar schon zum fünften Mal statt, nur eben zum zweiten Mal in Berlin. Wir hatten auch schon zwei Festivals in London und eins in Bern. Dieses Jahr gab es eine überwältigende Resonanz - sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Netaudio-Szene. Wir werden für dieses Festival beispielsweise vom Berliner Senat durch seinen Hauptstadtkulturfonds unterstützt, den wir überzeugen konnten, dass die Netaudio-spezifische Dynamik einige sehr interessante Ansätze bereit hält, die Spielregeln im Musikbusiness wieder auf die Füße zu stellen. Die entfremdete Beziehung zwischen dem Künstler, der Musik und dem Hörer wurde ja zuvor fast ausschließlich in den Kategorien Produzent, Produkt und Konsument gedacht. Dass wir zurückkehren müssen zur Seele, zum Herzschlag und zum Wesen der Musik wird mittlerweile auch medial breit diskutiert. Das spüren wir auch sehr deutlich. Unsere Presseresonanz ist enorm - gemessen an dem Zustand vor zwei Jahren. Netaudio ist in Berlin mittlerweile ein sehr positiv besetztes Thema.

Beat / Zwar hat die Netaudio-Bewegung zum Beispiel mit Julia Kotowski eigene kleine Stars entwickelt, die sogar auch in den Massenmedien Widerhall finden, umgekehrt scheint es noch nicht allzu viele Anknüpfpunkte zu geben .

Raimund / Nun, Anknüpfungspunkte sehen wir schon richtig viele - aber wenn Eure Frage darauf abzielt, dass bekannte Namen in den kostenfreien Netlabel-Bereich "überwechseln", dann habt ihr sicher Recht. Außer um ein paar Promo-Tracks zur Verfügung zu stellen gibt es auch wenige Gründe, warum schon sehr bekannte Künstler dieses tun sollten. Andererseits ist Netaudio doch auch mehr als kostenfreie Netlabel-Musik unter CC-Lizenz. Netaudio bezieht sich ja beispielsweise auch auf netzspezifische Produktionsprozesse oder Distribution. Ein Beispiel: Im Jahr 2002 begannen die Einstürzenden Neubauten ihre Arbeit zu einem neuen Album ohne den Rückhalt einer Plattenfirma, da ihr Label Mute an EMI verkauft wurde und EMI den Vertrag nicht fortsetzte. Für die neue Platte vertraute die Band stattdessen auf ihr Internetprojekt. Über 2000 Fans (auch Supporter genannt) hatten sich auf ihrer Website eingetragen und die Produktion des neuen Albums unterstützt, indem sie 35 Dollar überwiesen. Dafür bekamen sie später eine CD - das Supporter's Album #1. Daneben erhielten sie die Möglichkeit, via Internet der Band bei den Proben zuzusehen und über Chat direkt Fragen und Vorschläge an die Band zu richten. Auch andere Künstler, wie etwa das Techno-Urgestein Tanith, öffnen sich mittlerweile dem Netaudio - ohne ihre sonstigen musikspezifischen Einnahmequellen auszutrocknen. Netaudio ist einfach eine zusätzliche Ebene im Spiel - und sicher nicht für jeden Superstar so attraktiv, dass er schlaflose Nächte bekommt, nur weil er noch kein Net-Release hat. Man muss auch sehen, dass Netaudio nicht als Allheilmittel für alle entfremdeten Zustände im Musikzirkus kommuniziert wird.

Beat / Einige wichtige Label wie One Bit Wonder haben hingegen ihre Pforten geschlossen oder haben - wie im Fall von Stadtgruen - deutlich weniger Output als noch vor einigen Monaten. Wächst eurer Ansicht nach genügend Substanz nach, oder ist der erste Pioniergeist bereits erloschen?

Raimund / Die erste Pionierphase, in der alle hemmungslos euphorisiert die neue Heilsbotschaft vom Netaudio gepredigt haben, ist eindeutig zu Ende. Die Szene professionalisiert sich. Das bedeutet auch, dass der Elan mancher Pioniere erlahmt ist und sie wieder mehr Zeit für Freundin, Zierfische oder ihr schon 15 Semester dauerndes Grundstudium aufwenden. Andere wiederum, wie Thinner, Instabil, Jahtari, Pentagonik und zahlreiche weitere Netlabels fangen an, Musik auch kostenpflichtig anzubieten bzw. Bezahlmodelle zu entwickeln. Das halten wir für einen sehr wesentlichen Schritt. Denn es ist doch zu schade, wenn die jahrelang aufgebauten Künstler mit ihrem einsetzenden Erfolg etwa bei Bookinggagen oder in punkto Anfragen von kostenpflichtig veröffentlichenden Labeln zu diesen abwandern. Wenn also andere mit der oft jahrelangen Promoarbeit Geld verdienen. Im Gegenteil wäre es doch schön, wenn das auch in der Familie bleiben könnte. Andererseits ist der Trend, ein Netlabel aufzumachen, nach wie vor ungebremst vorhanden. Um den substanziellen Nachwuchs machen wir uns wirklich gar keine Sorgen... Mittlerweile kann man ja auch, wie etwa auf Festivals wie dem unseren, von erfahrenen Hasen jede Menge Tipps und Hinweise bekommen, wo die Fallstricke und Stolperstellen im Betrieb eines Netlabels verborgen liegen. Dieser Knowhow-Transfer ist Teil der sich professionalisierenden Szene.

Beat / Mit der "Cologne Commons" gab es im Frühsommer bereits ein recht erfolgreiches Netaudio-Festival in Köln. Verträgt die Szene bereits eine zweite große Veranstaltung innerhalb eines Jahres?

Raimund / Unsere Kölner Freunde haben ja einen etwas anderen Fokus als wir. Sie konzentrieren sich auf die Diskussion um Creative Commons und dann im Wesentlichen auf die mit diesem spannenden Rechtsbaukasten verbundene musikalische Komponente. Das ist ein Teilausschnitt von Netaudio. Unser Konzept ist jedoch deutlich weiter gefasst und wird in diesem Jahr auch sicherlich eine andere Dimension bekommen, als die Cologne Commons. Zudem machen wir unsere Veranstaltung nicht spezifisch nur für die Szene. Wir wollen explizit die Ansätze und Ideen des Netaudio in die Mitte der Musikbranche führen. Wir möchten endlich mit unseren Nachbarn Netlabel-Empfehlungen austauschen. Wir wollen, dass nicht nur Tim Renner sondern auch Dieter Gorny versteht, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man aus bequemen Sesseln in schicken Spreeufer-Büros die Künstlerkartei wie ein Aktienportfolio mit Renditeerwartung hin- und hergeschoben hat. Wir wollen explizit nicht, dass Netaudio in der Abgeschlossenheit einer Szene verbleibt. Eine strukturelle Öffnung passiert unserer Meinung nach gerade von beiden Seiten. Da sind Netaudio-Festivals sehr hilfreich - gerne auch mehr als zwei pro Jahr in Deutschland!

Beat / Ihr könnt auch auf die Erfahrungen anderer Veranstalter in Europa zurückgreifen. Wer steht euch hier zur Seite?

Raimund / Im Wesentlichen unsere Freunde von Netaudio London. Wir wechseln uns seit vier Jahren in der Ausrichtung des Netaudio Festivals ab. Nächstes Jahr wird es wieder ein Festival in London geben. Zudem haben wir gute Kontakte nach Spanien - etwa zu netaudio.es und zum Underground Family Festival (UFF!) in Barcelona. Ein anderer wichtiger Partner ist Nettare, das italienische Netzwerk von Netlabeln, die im vergangenen Jahr ihr erstes Festival organisiert haben. Außerdem sollten wir noch die Clubtransmediale erwähnen, die zwar in Berlin stattfindet, aber einen sehr internationalen Charakter besitzt. Das kleine Fieldrecordings Festival ist ein besonders experimenteller und spannender Partner, den wir dieses Jahr neu hinzu gewonnen haben und der sich mit einigen außergewöhnlichen Programmpunkten in unser diesjähriges Festival einbringen wird. Nächstes Jahr werden von unserer Seite weitere internationale Aktivitäten hinzukommen, die darauf zielen, neue Partner in anderen Ländern aufzubauen.

Beat / Als Motto für das Netaudio Festival Berlin habt ihr euch "East meets West" gewählt. Was steckt dahinter?

Raimund / Naja, Auslöser war natürlich der 20ste Jahrestag der Maueröffnung dieses Jahr. Gerade in Berlin ist das ein Thema. Damals fiel die Grenze zwischen den politischen Blöcken Ost und West. Wir haben das zum Anlass genommen um insbesondere auch die Netaudio-Aktivitäten in den osteuropäischen Ländern sichtbar zu machen. Aber auch aus Istanbul und Casablanca haben wir Künstler eingeladen. Wir hoffen, dass sie alle kommen können. Wenn uns die Botschaften und die Ausländerbehörde keinen Strich durch die Rechnung machen, haben wir Künstler aus Russland, Weißrussland, Ukraine, Polen, der Tschechischen Republik, Ungarn, Bosnien und Slowenien auf den Bühnen. Außerdem mit Dr. Patryk Galuszka einen polnischen Wissenschaftler, der am Kölner Max-Planck-Institut zu Netlabeln geforscht hat. Als interaktives Projekt - extra für das Festival entworfen - ist in dem Zusammenhang noch die "Berlin Wall of Sound" zu erwähnen: Die Idee ist, Sounds vom gesamten Mauerstreifen aufzunehmen und hochzuladen, so dass eine "Wall of Sound" entsteht. Jeder, der Lust und ein Aufnahmegerät hat, ist aufgerufen, sich zu beteiligen: www.netaudioberlin.de/berlin-wall-of-sound

Beat / Auch der Veranstaltungsort ist an einem recht historischen Ort.

Raimund / Das Festival findet in der "Maria am Ostbahnhof" statt, ein ehemaliges Lagerhaus auf dem früheren Todesstreifen. Um die Ecke steht mit der Eastside Gallery das längste noch erhaltene Reststück der Mauer. Die Maria hat zudem auch ihre eigene Historie in punkto Festivals (etwa die jährliche Clubtransmediale oder verschiedene Schlagstrom-Festivals) - wie auch als Veranstaltungsort: Der Club hieß zuvor "Deli" und war in der Berliner Feierszene legendär. Hier gab es gigantische Techno- und Trance Raves mit einer riesigen Feuerstelle in der Halle! Das ist mehr als zehn Jahre oder so her. Wer das miterlebt hat, wird dies sein Leben lang nicht vergessen...

Beat / Was bietet das Netaudio Festival Musikern, die sich für die Möglichkeiten alternativer Musikdistribution interessieren?

Raimund / Wir haben ein umfangreiches Tagesprogramm mit vielen Vorträgen, Workshops und Diskussionen organisiert. Es werden eine ganze Reihe Experten anwesend sein, die man alle kennen lernen kann! Mit Whatpeopleplay ist zudem ein digitaler Distributor als Partner mit an Board, der auch auf unserer "Netaudio Fair" präsent ist. Hier werden sich zudem und hauptsächlich etwa 40 Netlabels aus ganz Europa präsentieren. Wer Kontakte zu einer Auswahl an erstklassigen Netlabels sucht, sollte unbedingt vorbeikommen. Unser Tagesprogramm ist wie immer vollständig kostenfrei!

Beat / Und wenn ich einfach nur gern Musik höre, was erwartet mich dann?

Raimund / Auf den Punkt gebracht: Acht Stages verteilt auf insgesamt drei Nächte - mit rund 100 Künstlern, Bands und Projekten: von den elektronischen Spielarten des Techno, House und Minimal über Dubstep und Drum'n'Bass, Hip Hop, NuJazz, TripHop, Dub, Techdub, 8Bit - bis hin zu Pop und experimentellen Sounds. Nur für die Spielarten der Rockmusik ist Berlin wohl nicht die geeignete Stadt. Es hat sich schlicht niemand gefunden, der das machen wollte und Ahnung hatte... Das umfangreiche Lineup, das auch noch durch zahlreiche Showcases im Tagesprogramm ergänzt wird, kann man am besten auf der Website ( www.netaudioberlin.de ) nachlesen.

Beat / Euer umfangreiches Live-Line-up rekrutiert sich aus recht guten Namen aus der Szene. Wonach habt ihr hier die Auswahl getroffen?

Raimund / Etwa die Hälfte der Künstler kommt über unseren "Call for Entries", d.h. sie haben sich bei uns beworben. Dazu kommt ein guter Anteil an Künstlern, die wir selber unbedingt buchen wollten. Und dann gab es noch Empfehlungen von Partnern und Freunden. Bei uns im Festivalteam kümmern sich verschiedene Personen um die einzelnen Spielarten und Floors. Die Booker hatten unter angemessener Berücksichtigung der Bewerbungen aber weitgehend freie Hand bei der Künstlerauswahl. Wir haben allerdings im Vorfeld auch gezielt Künstler aus Osteuropa ermutigt, sich zu bewerben.

Beat / Gutes Gelingen für das Festival!  (AW)

Webverweise:
www.netaudioberlin.de